Standardordner Explorer
Aus Wissen
Standardordner für Outlook-Dateidialog ändern
Outlook verwendet beim Anhängen von Dateien den Windows-Dateiauswahldialog. Dieser orientiert sich am Shell-Ordner „Personal“ (Dokumente). Durch Ändern dieses Ordners lässt sich der Standardpfad beeinflussen.
Es gibt mehrere Varianten, abhängig von Umgebung und Anzahl der Clients.
Variante 1: Registry-Anpassung (lokal)
Diese Methode ändert den Shell-Ordner Dokumente nur für den aktuellen Benutzer.
Pfad
HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\User Shell Folders
Eintrag
Name: Personal Typ: REG_SZ oder REG_EXPAND_SZ Wert: \\server\share\pfad
Hinweise
- Wirkt nach Neustart des Explorers oder nach Ab-/Anmeldung.
- Gilt für alle Programme, die den Shell-Ordner nutzen (Outlook, Word, Excel, Explorer).
- UNC-Pfad empfohlen (z. B.
\\server\share), da stabiler als Laufwerksbuchstaben. - Ideal für wenige Clients.
Variante 2: Registry-Deployment per .reg-Datei
Für mehrere Rechner ohne GPO kann die Einstellung per .reg-Datei verteilt werden.
Beispiel
Windows Registry Editor Version 5.00 [HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\User Shell Folders] "Personal"="\\\\server\\\\share\\\\pfad"
Anwendung
- Datei doppelklicken
- oder per Skript verteilen
- oder per Softwareverteilung (z. B. PDQ, Intune, SCCM)
Variante 3: PowerShell-Skript
Für automatisierte lokale Anpassung.
Beispielskript
$path = "\\server\share\pfad" Set-ItemProperty -Path "HKCU:\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\User Shell Folders" -Name "Personal" -Value $path # Explorer neu starten Stop-Process -Name explorer -Force
Hinweise
- Kann in Login-Skripte eingebunden werden.
- Funktioniert ohne Adminrechte (HKCU).
Variante 4: Gruppenrichtlinie (Folder Redirection)
Für größere Umgebungen oder zentrale Verwaltung.
GPO-Pfad
Benutzerkonfiguration → Richtlinien → Windows-Einstellungen → Ordnerumleitung → Dokumente
Vorteile
- Zentrale Verwaltung
- Automatische Wiederherstellung bei Profilproblemen
- Optional Offline Files
Nachteile
- Overkill für wenige Clients
- Erfordert Domäne
Variante 5: OneDrive Known Folder Move (KFM)
Nur relevant, wenn Dokumente in OneDrive liegen sollen.
Verhalten
- Dokumente werden in OneDrive verschoben.
- Outlook zeigt automatisch den OneDrive-Ordner an.
Einschränkung
- Kein eigener Outlook-Standardpfad.
- Nur sinnvoll, wenn Cloud-Speicherung gewünscht ist.
Variante 6: MRU-Liste (Zuletzt verwendet)
Outlook merkt sich zuletzt verwendete Ordner.
Eigenschaften
- Kein echter Standardpfad.
- Nur Komfortfunktion.
- Nicht zuverlässig für feste Arbeitsabläufe.
Empfehlung für kleine Setups
Für 1–5 Rechner ist die Registry-Variante (lokal oder per .reg) die beste Lösung:
- schnell
- stabil
- ohne GPO-Overhead
- ideal für UNC-Pfad
- keine Nebenwirkungen außer gewünschter Umleitung
Beispiel: Empfohlene Einstellung (UNC)
HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\User Shell Folders Personal = \\fileserver01\transfer\thomas